WIR WOLLEN MEHR!

Nun ist es doch tatsächlich so weit! Nach jahrelangem Warten werden die Tolkien-Fans nun endlich mit einem neuen Abenteuer beglückt. Peter Jackson bringt den ersten Teil seiner Hobbit-Trilogie auf den Filmmarkt. Und schafft ein Meisterwerk.

„In einer Höhle in der Erde, da lebte ein Hobbit“ – mit diesen Worten begann J.R.R. Tolkien vor 75 Jahren sein Buch „Der kleine Hobbit“, das später durch sein Herr-der-Ringe-Epos ergänzt wurde. Und auch im Film „Der Hobbit – Eine unerwartete Reise“ bekommen wir diesen Satz nach dem fantastischen Prolog zu hören.

Der alte Bilbo Beutlin (Ian Holms) beginnt sein Buch zu schreiben. Und damit taucht auch der erste altbekannte Schauspieler wieder auf. Gefolgt von Elijah Wood, der wieder Frodo Beutlin spielt. Die Geschichte beginnt am selben Tag, wie „Der Herr der Ringe – Die Gefährten“: An Bilbo Beutlins 111. Geburtstag. Es ist vormittag. Und Frodo macht sich auf den Weg in den Wald, um Gandalf abzupassen. Bilbo setzt sich auf die Bank vor seinem Haus und zündet seine Pfeife an. Schmunzelnd bläst er einen Rauchring in die Luft. Es wird 60 Jahre zurückgeschnitten, Bilbo sitzt auf derselben Bank. Gespielt nun allerdings von Martin Freeman. Und die Geschichte beginnt.

Peter Jackson inszeniert feinfühlig für Tolkiens grandiosen Humor einen wunderschönenen, packenden, und an vielen Stellen lustigen Film! Mit unglaublich viel Liebe fürs Detail erwacht Mittelerde nach fast zehn Jahren Pause erneut zum Leben und bannt Elben, Zwerge, Zauberer, Orks und natürlich Hobbits auf die Kinoleinwand. In 3D und in – und das schreibt Kinogeschichte – 48 Bildern in der Sekunde, statt den beim Film üblichen 24, was für ein deutlich schärferes und klareres Bild sorgt.

Doch auch in Super-8-Qualität wäre dieser Film sehenswert. Sei es die grandiose Animation, die so noch nicht gesehen war, oder sei es die Lebendigkeit mit der Jackson die Geschichte ausschmückt. Sei es die atemberaubende Landschaft Neuseelands, wo erneut gedreht wurde, oder sei es die erneut von Howard Shore komponierte Filmmusik, die die alten Themen aufgreift und doch irgendwie verändert und jünger klingt und sobald sie durchs Kino schallt beim Filmfan fast Tränen in die Augen schießen lässt.

 

Gute Schauspieler

 

Und dann ist da eine Riege von guten Schauspielern. Andy Serkis (Der dieses Mal sogar 2nd Unit Director war) ist Gollum. Und zwar auf 100 Prozent. Wie ein Schauspieler einer computergenerierten Figur so viel Leben einhauchen kann, ist schleierhaft. Serkis jedenfalls schafft es und übertrifft sich selbst. Weitere bekannte Gesichter wie Cate Blanchett (Galadriel), Hugo Weaving (Elrond), Ian McKellen (Gandalf) und Christopher Lee (Saruman) lassen die Tolkien-Herzen höher schlagen.

Und dann ist da noch einer. Ein Newcomer, wurde er in manchen Artikeln genannt, obwohl er im Fernsehen schon einige Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat. Martin Freeman, der Hobbit. Und der geht in dieser Rolle auf, wie kein anderer! Kein Wunder das Peter Jackson, nachdem Freeman aus Zeitgründen zunächst abgesagt hatte, auch nach einem Casting mit hunderten anderer (teilweise namhafter) Schauspieler, auf ihn zurückkam. Man könnte beinahe sagen, er hat hier die Rolle seines Lebens. Jede Mimik, jede Bewegung, jeder Schritt und jedes Wort, ist so authentisch, dass man meinen könnte, Freeman hätte wirklich sein bisheriges Leben in einer Höhle in der Erde im Auenland verbracht.

Peter Jacksons neuer Film ist ein Meisterwerk an jeder Stelle. Alle Zweifel ob der Aufteilung in drei Filme sind beseitigt. Wir wollen mindestens zehn! Und wir wollen nach Mittelerde. Wir wollen Elben sehen, und die versteinerten Trolle begutachten. Wir wollen MEHR!

 

Es grüßt aus dem Auenland herzlichst Euer Nicolas

 

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