MUSIK KANN EIN WEG SEIN

Der Rap hat Paddy PS Halt gegeben

Mal schreibt Paddy PS seine Songtexte im Zimmer, mal draußen in der Natur. Fotos: Tatjana Seibt
Mal schreibt Paddy PS seine Songtexte im Zimmer, mal draußen in der Natur. Fotos: Tatjana Seibt

Dienstag, 19. Juni 2012

 

Von Tatjana Seibt

 

„Ich war stets ein Außenseiter. Ohne meine Musik hätte ich das vielleicht gar nicht ertragen“, sagt Patrick Pegorer-Sfes nachdenklich. 19 Jahre ist er und hat gerade seine erste Musik-CD produziert. Unter seinem Künstlernamen Paddy PS schreibt er seit seinem 12. Lebensjahr Rap-Texte.  

 

Rapper sind seine musikalischen Vorbilder. Jungs wie Eminem oder 50Cent machen die Musik die ihm gefällt. „Wenn ich meine Musik nicht gehabt hätte, wer weiß, vielleicht wäre ich dann auch ein Amokläufer geworden“, sagt der junge Werborner.

 

Seine Teenagerzeit war "meistens grässlich". Zur Gesellschaft dazu gehören bedeutete für ihn auch Markenklamotten zu tragen, eben Geld zu haben. Das war schwierig: Seine Mutter ist Alleinverdienerin, Patrick Einzelkind und ohne Vater, seit er zwei Jahre alt ist. „Es gab viele Momente in meinem Leben, in denen ich einen Vater gebraucht hätte.“ Doch sein Vater lebt in Italien, der Kontakt zu ihm ist spärlich.

"Nur ich und meine Musik", so hat sich Paddy PS oftmals am wohlsten gefühlt.
"Nur ich und meine Musik", so hat sich Paddy PS oftmals am wohlsten gefühlt.

Manchmal hätte er sich lieber in seinem Zimmer verkrochen, als draußen bei anderen zu sein. "Nur ich und meine Musik“, das hätte ihm genügt. Heute ist das anders. In seinen Songs hat er seinen Schmerz und seine Sehnsüchte verarbeitet.

 

Dass Musik mehr sein kann als „Unterhaltungs-Lala“ hat er längst begriffen und vor einem halben Jahr aus der ehemaligen Dichter-AG an der Buchfinkenschule die Rap-AG gemacht. 16 Kinder lernten im zurückliegenden Halbjahr auf Beats zu texten, Reime zu finden, Rhythmusgefühl zu entwickeln und sich mit sozialkritischen Themen auseinander zu setzen.

Nicolas Kronauer von KA-Filmproduktion stand für den Video-Clip hinter der Kamera.
Nicolas Kronauer von KA-Filmproduktion stand für den Video-Clip hinter der Kamera.

Das Ergebnis ist nicht nur eine Aufforderung der neuen Generation die Augen aufzumachen, sondern auch die erste eigene CD-Produktion gekoppelt an ein professionelles Musikvideo. Auslöser war ein Interview mit der Taunus Zeitung „und so kam dann eins zum anderen“, erzählt Patrick. 

 

Ursula Konder von Taunus-Trends.de entstand der Kontakt zu Nicolas Kronauer und Jakob Adam von KA-Filmproduktion aus Wehrheim. Schnell war klar, der Song kann mehr als „nur“ ein Abschlussprojekt einer Schul-AG zu sein. Als dann auch noch Tonstudioinhaber Markus Stalla aus Eschbach und Hakan Fox mit ins Spiel kamen, war die Sache quasi perfekt. 

Im Gästehaus Roswitha in Eschbach wurde das Einzeltonstudio für eine Gruppenaufnahme umfunktioniert. Dann hieß es: "Achtung, Ruhe bitte, Aufnahme!" In Zweiergruppen sangen die Kinder den Refrain ein, Patricks Solopart war bereits fertig abgemischt. Zwei Tage später ging es dann raus an die Eschbacher Klippen, wo einige Sequenzen für den Video-Clip gedreht wurden.

 

„Mein Ziel ist es, den Kindern, die jetzt vor dem Beginn der Pubertät stehen, einen möglichen Weg aufzuzeigen, wie sie diese Zeit meistern können. Musik kann ein Weg sein.“ 

 

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