Die Kräutermarie weiß:

SCHULMEDIZIN IST NICHT ALLES

Draußen in der Natur fühlt sich die Kräutermarie (Ursula Maria Buddeus) am wohlsten. Foto: Konder
Draußen in der Natur fühlt sich die Kräutermarie (Ursula Maria Buddeus) am wohlsten. Foto: Konder

Sonntag, 1. Juli 2012

 

Die Natur beschenkt uns reichlich mit Pflanzen, die Heilkräfte haben. Doch wie wirken sie tatsächlich und wie können Heilkräuter angewendet werden? Die Kräutermarie begleitet uns in den kommenden Monaten durch Feld und Flur und verrät, wie die Kraft aus der Natur genutzt werden kann.

 

Wenn Ursula Maria Buddeus ihre Tracht aus dem 19. Jahrhundert anzieht, dann wird aus der Wernbornerin die Kräutermarie. Dann ist sie die, die beim Spaziergang durch die Natur stundenlang von der Wirksamkeit der Pflanzen erzählen kann, die da am Wegrand stehen. Für den unwissenden Betrachter sind die Pflanzen oftmals nur Unkraut, im besten Fall noch schöne Blumen, die für einen bunten Wiesenblumenstrauß taugen, den man sich ins Wohnzimmer stellt, ohne zu wissen, welche Heilkraft in den Pflanzen steckt.


Die 52-Jährige baute in Neheim im Sauerland ihr Abitur, besuchte in Arnsberg die Pharmazeutisch-Technische Schule und lernte PTA (pharmazeutisch-technische Assistentin). Praxiserfahrung sammelte sie 10 Jahre in mehreren Apotheken, Hamburg war eine Zwischenstation auf dem Weg in den Taunus. 1984 kam sie mit ihrem Mann Peter nach Wernborn. Seit 13 Jahren macht sie Kräuterführungen im Hessenpark und ist dort seit 3 Jahren Pächterin des Kräuterladens. Einmal im Monat findet dort auch ein Kräuterstammtisch statt. Im Taunus ist sie auch als Naturparkführerin unterwegs.


Zur Kräuterheilkunde kam sie durch persönliche Erlebnisse und Erfahrungen. Als ihr Bruder an Krebs erkrankte, stellte sie fest „Schulmedizin ist nicht alles“. Sie selbst hatte Probleme mit der Lunge, die Ärzte sprachen von chronischer Bronchitis oder sogar Asthma. Das wollte sie so nicht hinnehmen. „Ich fing an Wildkräutersalate zu essen und Kräutertee zu trinken“, erinnert sie sich. Alles selbst gesammelt versteht sich. Und: Es half.


Sie bildete sich auf dem alternativen Heilsektor weiter, machte ihren Reiki-Meister und arbeitete über 5 Jahre bei einer Heilpraktikerin als Assistentin in Bad Homburg. Auch in medizinischer Fußpflege ist Buddeus ausgebildet. Heute gibt sie ihr Wissen in Kursen und Führungen weiter, zeigt wie die Kräfte aus der Natur genutzt werden können.


Vor dem Fuchsbandwurm hat sie keine Angst. „Die Gefahr besteht immer und überall“, sagt sie. Selbst in der Stadt, da auch dort mittlerweile Füchse streunen. „Die Eier werden durch die Luft eingeatmet, dazu muss man also nicht Beeren aus dem Wald essen.“ Das Risiko, sich im Wald einen Fuchsbandwurm einzufangen ist in Buddeus Augen nicht so hoch. „Der Erholungseffekt ist wichtiger. Und gerade die meditative Ruhe sowie Kräuter und Beeren tragen zur Stärkung des Immunsystems und damit zum Gesundbleiben bei“, weiß die Kräutermarie. „Wenn man immer alles verbannt was gefährlich ist, dann trifft es einen am Ende doch“, sagt sie. Gerade so, wie bei Dornröschen und der Spindel. (UKo)

 

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