Wernards Trau-Premiere

Bürgermeister schickt erstmals zwei Paare in den Ehehafen

11.11.2011 – für viele war das gestrige Datum ein besonderer Tag. Auch für zwei Brautpaare und Usingens Bürgermeister Steffen Wernard.

Strahlende Eheleute und ein Bürgermeister, der seinen ersten Trautag bestens hinter sich brachte: Claudia Wick sagte „Ja“ zu ihrem Harald Armin Seel (links), der mit Steffen Wernard schon als Kind Fußball gespielt hat. Foto: KonderUsingen. Normalerweise fällt der Standesbeamte dem frisch getrauten Ehepaar nicht um den Hals, herzt die Braut und drückt den Bräutigam fest an seine Brust. Normalerweise. Doch für Usingens Rathauschef Steffen Wernard (CDU) war das gestern kein normaler Tag. Zum ersten Mal durfte er sagen: "Kraft meines Amtes erkläre ich Sie hiermit zu Mann und Frau."
Und der neue Standesbeamte machte seine Sache gut. Bereits um 11 Uhr traute er das Usinger Paar Rene und Stefanie Kriebel. Eine Stunde später führte er dann zum Lied der Gruppe Silbermond "Du bist das Beste, was mir je passiert ist" Claudia Wick (42) und Harald Armin Seel (54), Geschäftsführer der Usinger Wohnungsbaugesellschaft, in den Trausaal der Hugenottenkirche. Für Wernard eine Herzenssache, denn den Bräutigam kennt er aus Kindestagen.
"Das ist ein großer und wichtiger Tag für euch beide und ein ebenso schöner für mich, weil ich dich, Bobby, (Lacher im Saal) und deine Claudia heute trauen darf", sagte Wernard und strahlte selbst bis über beide Ohren. Er erinnere sich sehr gut an die Zeit, als er selbst im Tor gestanden und versucht habe, die Bälle zu halten, wenn sein Kumpel angestürmt kam. "Aber der Bobby hat es meistens geschafft", verriet Wernard, und das Hochzeitspublikum amüsierte sich erneut.
Jeder suche in seinem Leben das passende Gegenstück, das nicht nur eine Momentaufnahme von seinem Gegenüber, sondern ganz viele Bilder von ihm sehen könnte. "2006 habt ihr euch an Fasching kennengelernt, und seit 2007 lebt ihr in einer gemeinsamen Wohnung", blickte Wernard zurück. Erst im Alltag zeige sich, ob man füreinander geschaffen sei. Aus dem Ich und dem Du müsse ein Wir werden. "Die Zauberformel heißt miteinander reden und zuhören, dafür muss immer Zeit sein", sagte Wernard.
Ebenso gehöre das miteinander etwas erleben dazu. So habe Bobby seine Claudia fürs Skifahren begeistert. "2006 hat sie bereits einen Skikurs absolviert, und heute fährt sie besser als Bobby", erzählte Wernard, und die Braut sah ihren Bräutigam lachend an.
Viele gemeinsame Erinnerungen hätten die beiden schon gesammelt. Ebenfalls ein wichtiger Punkt in einer Beziehung, schließlich sei es doch immer wieder schön, den anderen anzustupsen und sagen zu können: Weißt du noch?
Und dann wurde es ernst: Willst Du . . .?, lautete die zwei Mal gestellte Frage, und vor allem die Braut antwortete mit einem besonderes lauten "Ja, ich will!" Der Brautkuss wurde beklatscht, die Urkunde Nummer E 142 aus dem Jahr 2011 von beiden unterschrieben. "Auch das gehört zu den schönen Dingen eines Standesbeamten, er darf als erster gratulieren", meinte Wernard, umarmte die frisch Getrauten herzlich, überreichte ein Geschenk und musste danach erst einmal sein Jackett wieder gerade rücken.
Nicht nur die beiden Brautpaare werden sich später sicherlich gerne an diesen Tag zurückerinnern. Auch für Steffen Wernard wird der 11.11.2011 ein besonderer Tag bleiben. Nicht zuletzt natürlich, weil er mit "Bobby" einen Freund aus Kindertagen in den Hafen der Ehe schicken durfte. Steffen Wernard hatte den zweiwöchigen Lehrgang zum Standesbeamten im Frühjahr dieses Jahres erfolgreich absolviert (wir berichteten). Wenn es nach dem Usinger Bürgermeister geht, dann sollen künftig auch im Kransberger Schloss wieder Trauungen stattfinden. Die ersten Gespräche wurden geführt.