Mittendrin feiert Kindergeburtstag

Vor zehn Jahren wurde Mittendrin für die Nachwuchschöre gegründet – Feier mit Gesang, Limo und Kuchen

Merke: Wenn Spatzen, Regenwürmer und Käfer zusammenkommen, muss es sich nicht um ein tierisches Treffen handeln.

 

Von Ursula Konder

 

Achtung, gleich geht’s los: Die Riedelbacher Spatzen waren vor ihrem Auftritt beim Mittendrin-Kinderchorkonzert ganz schön aufgeregt. Foto: Konder Achtung, gleich geht’s los: Die Riedelbacher Spatzen waren vor ihrem Auftritt beim Mittendrin-Kinderchorkonzert ganz schön aufgeregt. Foto: Konder

Achtung, gleich geht’s los: Die Riedelbacher Spatzen waren vor ihrem Auftritt beim Mittendrin-Kinderchorkonzert ganz schön aufgeregt. Foto: Konder

Hundstadt. "Mittendrin – schon zehn Jahre" war auf dem großen Plakat zu lesen, das am Sonntagnachmittag auf der Bühne im Hundstadter Bürgerhaus stand und das mit vielen Patschehändchen in Grün, Gelb, Blau und Rot bedruckt war. Der erste runde Geburtstag muss natürlich gefeiert werden, daher hatte der Verein auch große und kleine Gäste eingeladen.

Eigentlich war es ein Kindergeburtstag. Mit Limonade und Kuchen, schicken Ausgehkleidchen und ordentlichen Hosen, fein gekämmten Scheiteln und Blumen im Haar. Denn nicht die erwachsenen Mitglieder von Mittendrin standen im Mittelpunkt sondern der singende Nachwuchs.

"Seit zehn Jahren gibt es die Mittendrin-Kinderchöre schon", sagte Simone Thurn, die Schriftführerin des Vereins, in ihrer Begrüßung. Diese Kinderchöre gab es zwar schon etwas länger, doch sie gehörten einst der evangelischen Kirche an. Dann wurde eine neue Heimat für die Chöre gesucht und kurzerhand Mittendrin gegründet.

Ein dickes Lob gehört daher auch Lauritz Kaduk, Lujan Boßlet und Erik Schwejda, die mit Corinna Pankratz auftraten und sehr selbstbewusst "What Shall We Do" sowie "Wind Of Change" vortrugen. Sie gehören dem Jugendchor von Mittendrin an. Die Mittendrin-Spatzen brachten zum Auftakt mit Blumenliedern Frühlingsmelodien mit.

Hanne Budig hatte die Jungs und Mädels damals unter ihre Fittiche genommen, sieben Jahre lang leitete sie die Chöre. Als sie sich vor drei Jahren zurückzog, übernahm Carola-Sophie Obeth die Chöre. "Und sie macht ihre Arbeit mit ebenso viel Leidenschaft wie ihre Vorgängerin", sagte Simone Thurn.

Genaugenommen sei der Verein bereits im elften Jahr, sagte Thurn. Doch das Kinderchorkonzert fiel im vergangenen Jahr in Wasser und wurde nun nachgeholt. Die Chöre kamen aus dem ganzen Hintertaunus und ließen Staunen. Nicht nur die Vielfalt der Musik machte Freude, auch die Tatsache, dass die Altersspanne von zweieinhalb Jahren – die kleine Frida gehört zu den Riedelbacher Spatzen – bis 16 Jahren reicht und sich auch wieder verstärkt Jungs auf die Bühne trauen, lässt hoffen, dass der Chorgesang eine Zukunft hat.

Auch die Riedelbacher Spatzen unter der Leitung von Regina Bauermann sangen – mit besagten Blumen im Haar – vom Frühling. Witziges brachte der Kinderchor Neu-Anspach mit "Die Käsebande" und "Die arme Kirchenmaus" mit, Musikus Obernhain unter der Leitung von Petra Fuchs erzählte nach Noten, was ein Regenwurm bei Sturm so macht, vom Teddy und einem fressenden Huhn sang der Kinderchor von Mittendrin.

Dass mitunter auch "Wunder geschehn" erfuhren die über 100 Zuhörer vom Laubacher Kinderchor. Sprechgesang bot Sukisum Obernhain mit "Pythagoreischer Lehrsatz" dar. Ungewöhnlich für Ohren, die eine eingängige Melodie erwarten, aber wunderbar vorgetragen.

Und wie das bei Kindergeburtstagen so ist, gibt es zwischendrin immer eine Pause, in der der Kuchen gegessen, die Limonade getrunken und ordentlich getobt werden kann. Doch nachdem die Bäuche voll und die vom Ruhigsitzen angesammelte überschüssige Energie abgebaut war, wurde es noch einmal still im Saal, und alle Chöre traten erneut – zum Teil im Chor-Doppel – auf. Am Ende gab‘s für alle Akteure noch einen süßen Schokokäfer und gaaaanz viel Applaus. Besser kann ein Kindergeburtstag nicht sein.

 

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